Die Münchenerin

Sabine-Amelie Alt, Geschäftsleiterin bei SinnLeffers,
begeisterte Hobbyköchin und Gastgeberin

Die Münchnerin, Jahrgang 1968, hat ihr Abitur und Aus- und Weiterbildung in München am Weißwurstäquator“ gemacht. 1990 steigt sie in das „Einzelhandelskarussell“ ein, wie sie gern sagt. Der Verkaufsprofi war 14 Jahre in Funktionen als Abteilungsleiterin/ Einkäuferin tätig. In dieser Zeit wurde sie zum „siebenmaligen Umzugsprofi“. Seit 7 Jahren ist sie als Geschäftsleiterin und seit 2007 pünktlich zur documenta bei SinnLeffers in Kassel tätig. Sabine-Amelie Alt ist mit ihrem Job verheiratet und entspannt bei ihrer Leidenschaft, dem „Kochen&Genießen“, gerne auch als Gastgeberin.

Sie ist bekennender Suppenkasper, liebt Pünktchenmuster, Mode, bildende Kunst und gutes Essen. Sabine-Amelie Alt, 42 Jahre und gebürtige Münchnerin, seit 2007 Geschäftsleiterin der SinnLeffers Kassel und Gastgeberin des aktuellen EssensArt Küchengesprächs. Wir stoßen an mit Holunderschorle und neugierige Blicke wandern durch die fremde Wohnung. Schön ist es, hell und großzügig, eine Mischung aus Moderne, Kunst und, wie sie selbst sagt, „Stehrümpselchen“, die liebevoll arrangiert zur Geltung kommen. In der geräumigen Küche, mit extra hoher Kochzeile und großem Holztisch, erfahren wir das heutige Menü: Südhang‘s Zitronenolivenöl, Salz, Viehmeier‘s Ciabatta, Grüne-Soße-Pesto und Kartoffelsuppe, Ahle Wurst gegrillt an Nüsschen mit karamellisiertem Apfel, roten Linsen und einer „feigen“ Vinaigrette und zum Abschluss Grießpudding mit Bio-Erdbeeren und Rhabarber-Nusskuchen.

Sabine-Amelie Alt ist eine erfolgreiche Geschäftleiterin, die in Kassel insbesondere mit innovativen Ideen und neuen Marken SinnLeffers als „Platzhirsch am Friedrichsplatz“ positionierte. Überzeugen konnte SinnLeffers insbesondere durch das intelligente Flächenkonzept. Die neuen Marken erhalten einen ansprechend gestalteten eigenen Bereich, der jedoch in die Damenkombiabteilung integriert ist. Zudem gibt es eine zielgerichtete Beratung für „Frauen mit Format“. „Die Mitarbeiterinnen auf der Fläche kennen clevere Kombinationsmöglichkeiten und Accessoires, die für einen modischen Stil notwendig sind. So erhält die Kundin beides: ein vielseitiges Sortiment und ein einmaliges Shopping-Erlebnis, das sie auch mit Freundinnen teilen kann, die eine kleinere Größe benötigen“, so Alt weiter. Sie hat schon mal was „vorbereitet“: Kartoffeln, Äpfel und Speck sind bereits geschnippelt, und der Apfelchampagner für die Suppe und natürlich zum Zwischendurchnippen“ steht auch bereit. Es kann losgehen. Olivenöl in den Topf, Speck andünsten, Schalotten, Kartoffeln und Äpfel „dazu rühren und schön anschmelzen lassen“. Es folgt ein „Schwapp“ Apfelschaumwein zum Ablöschen. Hinzu kommt ein Lorbeerblatt, das bei Alt in keiner Speise fehlen darf.
Alles mit in kochendem Wasser aufgelöster, gekörnter Brühe aufgießen. „So, die Suppe läuft“ und Amelie Alt präsentiert ihr liebstes Küchengerät: den Zauberstab und gibt steifgeschlagene Sahne, Muskatnuss aus ihrer Lieblings-Muskatnussmühle und einen Schuss Trüffelöl dazu.

„Suppe ist wie das Leben –
sie muss Biss haben!“

Ihr geht alles leicht von der Hand – zwischendurch räumt die leidenschaftliche Hobbyköchin auf und spült alles weg. Ein Organisationstalent mit dem sympathischen Hang zum Perfektionismus und dank ihrer Großmutter, die „aus einem Pups‘ ne Suppe kochen konnte“ auch eine leidenschaftliche Bouillon-Anhängerin. Dabei hat die ambitionierte Hobbyköchin, die, wie sie sagt, als „Pfannkuchen-Kind mit Flädlesuppe“ aufwuchs und sich selbst gern als „fleischfressende Pflanze“ bezeichnet, erst spät mit dem Kochen begonnen. „Als Teenager füllte ich den „hohlen Zahn“ mit Puddingvariationen, die ich im Schichtverfahren kunstvoll, auch zeitraubend ins Glas zirkelte,“ erzählt die Gastgeberin. Es folgten bayerische Creme, Grießflammerie, Schoko-Mousse, und sie wagte sich an Kuchenvariationen wie z. B. Biskuit geschichtet mit roter Grütze, Mousse au Vanille geschichtet und als Zudecke eine Marzipanschicht oder jegliche schnelle Weihnachtsbäckerei wie Vanillekipferl, Cookies und Florentiner!

Mit 21 zog es die ausgebildete Einzelhandelskauffrau nach Berlin. Freunde erkannten schnell Alts Liebe für süße Speisen und so dauerte es nicht lang bis sie „Dolci“ gerufen wurde. Ein Jahr später, mittlerweile als Abteilungsleiterin Team Einkauf bei Karstadt, wagte sie sich ans Hauptspeisenkochen und dank eines Arbeitskollegen, der als Abteilungsleiter der Lebensmittelabteilung fungierte, gab es nach Feierabend „gelebte Warenkunde“.

Hüftgold pur!

Jetzt ist das Pesto dran, es werden Grüne Soße Kräuter hervorgeholt und liebevoll zerkleinert, Knoblauch, Parmesan und Kürbiskerne folgen. Nachdem alles mit Lemonöl von der Weinhandlung „Südhang“ vermischt ist, kommt wieder das Lieblingsküchengerät zum Einsatz: Der Zauberstab. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken. Hmm, wirklich köstlich! 1995 zog es Sabine-Amelie Alt nach Stuttgart. Erste Kochsessions mit einem Chemiker, einem Weinfreund, einer Tisch-Deko-Zauberin und Alt, als kreative Experimentiererin, wurden abgehalten. Auch Zigarrenabende mit Malt Whiskys kamen in Mode und eröffneten der Süßspeisenliebhaberin neue Geschmackserlebnisse. Aber ihr handwerkliches Küchen „Coming-out“ kam nach einem Champagner-Tasting: 12 Gewächse und 6 Gänge bei Sternekoch Dieter Beisler in Hannover öffneten Sabine-Amelie Alt „den kulinarischen Gaumen für die Spitzenküche“. Das Kochfieber war geweckt und es galt, die Welt mit „kulinarischen Augen“ zu entdecken. Scheinbar ruhelos zog es Alt durch die Republik und auf jeder Station ihrer beruflichen Karriere lernte sie regionale Spezialitäten kennen und lieben. Nach Zwischenstationen in Aachen, Pforzheim und Köln zog es sie von 2005 bis 2007 wieder nach München. Hier wohnte sie einem privaten Kochklub bei. „3 Mädels, 3 Buben, einmal im Monat ein 3-Gänge-Menü mit wechselndem Motto“. Doch das Highlight war eine Begegnung mit Alfons Schuhbeck in „Schuhbecks Kochschule“.

Mittlerweile ist schon reichlich Apfelschaumwein geflossen und die „Ahle Wurscht“ in den Backofen verfrachtet. „Priiiiima“ schallt es aus der Gastgeberin und weiter geht’s. Apfelringe werden karamellisiert, Feldsalat geputzt und angerichtet. Die roten Linsen angesetzt. Jetzt noch Walnussöl, Himbeeressig und Feigensenf mit etwas aufgelöster, gekörnter Brühe in ein Glas geben, Deckel drauf, kräftig schütteln und fertig ist die Vinaigrette für den Hauptgang. Es duftet köstlich.

Und aus ihrer Münchenzeit hat Sabine-Amelie Alt, die übrigens betont „freiwillig in Kassel“ zu leben, eine unglaubliche Auswahl an Salzen und anderen Gewürzen von „Schuhbeck“. Übrigens hat Sabine-Amelie Alt ein Ko

ch-Abo in Hornschuh‘s Kochschule und kann, „Herrn Haacksei-Dank“, nun auch das Wiener Schnitzel!

„Kalorien sind arglistig und gemein.

Sie vermehren sich über

Nacht und nähen die Kleider

enger.“

Je länger man in der Küche verweilt, desto mehr wird klar, dass aus dem ehemaligen „Pfannkuchen-Kind“ eine leidenschaftliche Köchin mit einer unglaublichen Gewürzsammlung und Blick fürs Detail geworden ist. Der Hauptgang ist einfach lecker. Und nach dem krönenden Abschluss des Abends, Rhababer-Nusskuchen mit Grießpudding und Erdbeeren, lehnen wir uns mit einem wohligen Seufzer der „Rundum-Zufriedenheit“ in unsere Ledersessel zurück. Lecker war’s, informativ und kurzweilig. Gut gelaunt verlassen wir gegen Mitternacht die Wohnung unserer bezaubernden Gastgeberin und hoffen insgeheim, dass wir in nicht zu langer Zeit wieder einmal ein „Küchengespräch“ bei und mit ihr führen dürfen.

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